Kann man Tee in Deutschland anbauen? Dieser spannenden Frage gehen wir schon seit über 17 Jahren nach. Wir, das sind Haeng ok und Wolfgang. Angefangen mit einigen Teepflanzen im eigenen Garten, haben wir diese Pflanzen irgendwann auf ein größeres Grundstück übersiedelt (siehe auch Teagarden). Nach den ersten, zaghaften Versuchen diesen eigenen angebauten Tee auch selbst zu verarbeiten, hat es uns gepackt und nicht mehr losgelassen. Aus dem Hobby entstand seit den letzten Jahren dann auch der Wunsch die Ergebnisse dieser Pioniersarbeit mit anderen zu teilen.

Unsere ältesten Fotos über die Teeherstellung, noch in Opladen (Grüntee) stammen von 2002 und seitdem beschäftigen wir uns mit der Herstellung und Optimierung unserer Tees und Haeng ok hat hier die größte Erfahrung. Der Fokus liegt auf Grüntee, aber wir versuchen auch Oolong- oder Schwarztee herzustellen.

Wir sind dieses Jahr nach Taiwan/Korea gereist und haben viel über die Oolongtee Herstellung gelernt und waren schon zweimal auf Sao Miguel, Azoren (2008/2013), wo es ja auch immer noch die beiden Plantagen Cha Gorreana und Porto Formoso gibt, die bei der Auflistung über Tee in Europa gerne mal vergessen werden. Und im Juni besuchten wir Peter Oppliger am Monte Verità, Lago Maggiore.

 

Haeng ok

Die koreanische Expertin , mit großer Erfahrung und Experimentierfreude.

Nun, ich könnte sagen, meine Frau ist über mich zum Tee gekommen, aber auch in Korea selber hat gerade Grüntee oder wie die Koreaner sagen „Nogcha“ , eine lange Tradition. Wir haben dort  Orte an denen Tee angebaut wird besucht, so bekannte wie Boseong, Gwangju, Jirisan oder  Jeju Island. Daneben gibt es aber auch viele andere manchmal auch kleine Anbaugebiete, oft in Verbindung mit Klöstern, wie Beomosa in Busan, oder Dasolsa in Gyeongsangnamdo.

Sie hat im letzten Jahr  von vielversprechenden Einzelteebüschen aus Korea selektiv Grüntee gemacht, und hier zeigte sich wie unterschiedlich das Potential von Teesträuchern sein kann, auch wenn diese aus der selben Region kommen. Das Gleiche gilt für die Oolong- und Schwarztee Herstellung, bei der Sie immer bessere Qualitäten erzielt, wobei auch hier der Kultivar eine große Rolle spielt.

Wolfgang

Die Anfänge meines Interesses für Tee gehen zurück in meine Lehrzeit als Biologielaborant, 1976, als mir ein Kollege einen Katalog von Paul Schrader mitbrachte; das erste Teeservice davon habe ich noch.

Aus der Begeisterung für das Teetrinken, und damals gab es noch nicht die große Auswahl, insbesondere was Grüntees betrifft, entstand auch das Interesse an der Teepflanze, dann für Kamelien und ich fing an neben Teepflanzen auch Kamelien Wildarten zu sammeln. Das Interesse dehnte sich weiter aus über Gehölze und Bäume, blieb aber stets beim Tee und all seinen verschiedenen Sorten. Noch heute sammle ich Samen, Ableger und Sämlinge von rotblättrigem Tee der Azoren über wildwachsenden Tee Taiwans bis hin zu jahrhundertalten Teebäumen Koreas.